In kurzer Zeit verstehen, was wirklich wichtig ist
Interim Management besitzt einen strukturellen Zeitnachteil: Der Manager soll früh entscheiden, kennt die Organisation aber zunächst weniger gut als langjährige Mitarbeitende. Gleichzeitig ist gerade seine externe Perspektive ein wesentlicher Vorteil.
Die bestehende Seite zu den Mandatsphasen sieht bereits eine unmittelbare Diagnose vor; die Timeline nennt für die erste Woche Bestandsaufnahme und für die Wochen zwei bis drei Strategie- und KPI-Definition. Eine eigenständige 30-Tage-Systematik würde diese frühe Phase deutlich praxistauglicher machen.
Mandatsdiagnose und 30-Tage-Plan systematisch umsetzen
Beispielsweise kann eine kurzfristige zusätzliche technische Bereitschaft einen akuten Engpass abfangen. Langfristig muss möglicherweise das gesamte Personalkonzept verändert werden.
Prioritäten begrenzen
Ein typisches Interim-Risiko besteht darin, in den ersten Tagen sehr viele Verbesserungspotenziale zu entdecken.
Der 30-Tage-Plan sollte deshalb wenige prioritäre Handlungsfelder bestimmen.
Geeignet ist beispielsweise eine Matrix aus:
hohe Wirkung / hohe Dringlichkeit,
hohe Wirkung / geringere Dringlichkeit,
geringe Wirkung / hohe Dringlichkeit,
geringe Wirkung / geringe Dringlichkeit.
Messbare Ausgangslage festhalten
Der erste Monat sollte außerdem die Baseline für die spätere Erfolgskontrolle schaffen.
Beispiele:
Budgetstand,
offene kritische Maßnahmen,
Anlagenstörungen,
Personalbesetzung,
SLA-Erfüllung,
Projektstatus.
Ohne Ausgangswert ist der spätere Mandatserfolg schwer belegbar.
Nach dem ersten Monat sollte der Interim Manager dem Auftraggeber ein verdichtetes Bild vorlegen:
bestätigte Problemstellung,
akute Risiken,
erreichte Sofortstabilisierung,
priorisierte Handlungsfelder,
90-/180-Tage-Maßnahmen,
erforderliche Entscheidungen.
Schnell handeln, ohne vorschnell zu urteilen
Die Qualität der ersten 30 Tage entscheidet häufig über den weiteren Verlauf eines Mandats.
Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis:
schnell genug handeln, um Führung zu zeigen – aber gründlich genug analysieren, um nicht lediglich vorhandene Probleme durch neue Fehlentscheidungen zu ersetzen.